Weichglühen
Gezielte Wärmebehandlung für verbesserte Bearbeitbarkeit
Das Weichglühen ist ein Wärmebehandlungsverfahren, das eingesetzt wird, um metallische Werkstoffe gezielt zu erweichen und für nachfolgende Verarbeitungsschritte optimal vorzubereiten. Durch die Reduzierung der Härte werden Umform‑ und Zerspanungsprozesse erleichtert, Bearbeitungskräfte gesenkt und Werkzeugstandzeiten erhöht.
Besonders bei Stählen mit einem Kohlenstoffgehalt von mehr als 0,4 Masseprozent lässt sich durch das Weichglühen eine deutlich bessere Bearbeitbarkeit erzielen. Das Verfahren wird häufig vor Prozessen wie Walzen, Drahtziehen, Stanzen oder spanender Fertigung eingesetzt, wenn ein möglichst duktiler und spannungsarmer Werkstoffzustand erforderlich ist.
Die Glühtemperatur ist werkstoffabhängig und liegt bei Stahl in der Regel zwischen 650 und 800 °C. Während der Wärmebehandlung werden die Bauteile unter einer kontrollierten Schutzgasatmosphäre erhitzt, um Oberflächenbeeinträchtigungen wie Oxidation oder Entkohlung zu verhindern. Anschließend erfolgt eine mehrstündige Haltezeit auf Temperatur, bevor das Material langsam und kontrolliert abgekühlt wird.
Beim Weichglühen wird das Gefüge so eingestellt, dass die Härte reduziert wird, ohne gezielt neue Festigkeitseigenschaften aufzubauen. In der Regel findet keine ausgeprägte Gefügeumwandlung statt, sondern eine Gefügeanpassung, die zu besseren Umform‑ und Gleiteigenschaften im Material führt.
Neben Stahlwerkstoffen eignet sich das Weichglühen auch für Kupfer‑ und Messinglegierungen, insbesondere zur Wiederherstellung der Verformbarkeit nach Kaltverfestigung. Nicht vorgesehen ist das Verfahren als Vorbereitung für das Induktionshärten, da hierfür andere metallurgische Ausgangszustände erforderlich sind.
KENNZAHLEN WEICHGLÜHEN
Temperatur:
bis 850°C
Anlagengröße:
900 x 2000 mm
Durchlaufzeit:
ab 72 h
Max. Beladegewicht*:
2.000 kg
*pro Charge bei Standardgrößen und -behandlungen
Vorteile WEICHGLÜHEN
Verringerung der Werkstoffhärte
Verbesserte Zerspanbarkeit und Umformbarkeit
Reduzierung von inneren Spannungen
Schonende Weiterverarbeitung und geringer Werkzeugverschleiß
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Silvio Stranek
Vertrieb, technische Beratung / Angebote (OÖ, T, Sbg, Vbg, Bayern, Südtirol)
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Ihre Fragen, beantwortet
Wir haben eine Liste der am häufigsten gestellten Fragen zusammengestellt, damit Sie unsere Leistungen besser verstehen können.
Was ist das Ziel des Weichglühens?
Ziel des Weichglühens ist es, Werkstoffe möglichst weich und gut bearbeitbar zu machen, um nachfolgende Fertigungsschritte effizienter, materialschonender und wirtschaftlicher durchführen zu können.
Für welche Werkstoffe ist Weichglühen geeignet?
Das Verfahren wird vor allem bei höher gekohlten Stählen eingesetzt. Darüber hinaus eignet es sich auch für Kupfer‑ und Messinglegierungen, insbesondere nach Umformprozessen.
Welche Temperaturen kommen beim Weichglühen zum Einsatz?
Bei Stahl liegt die Glühtemperatur typischerweise zwischen 650 und 800 °C. Die genaue Temperatur wird abhängig vom Werkstoff und dem gewünschten Zielzustand festgelegt.
Warum erfolgt das Weichglühen unter Schutzgas?
Die Schutzgasatmosphäre schützt die Bauteiloberfläche vor Oxidation und Entkohlung und gewährleistet gleichbleibende Qualität und reproduzierbare Ergebnisse.
Wie lange dauert ein Weichglühprozess?
Die Prozessdauer ist abhängig von Werkstoff, Bauteilabmessungen und Zielanforderungen. In der Regel umfasst das Weichglühen mehrere Stunden bis hin zu mehreren Tagen inklusive kontrollierter Abkühlung.
Kann Weichglühen vor dem Induktionshärten angewendet werden?
Nein, das Weichglühen ist nicht als Vorbehandlung für das Induktionshärten geeignet, da hierfür andere metallurgische Voraussetzungen erforderlich sind.





