Nitrieren
Nitrieren ist ein thermochemischer Prozess, bei dem Stickstoff in die Oberfläche eines Metallwerkstücks diffundiert, um dessen mechanische und physikalische Eigenschaften zu verbessern. Der Prozess erfolgt in der Regel bei erhöhten Temperaturen in einer stickstoffreichen Atmosphäre. Dabei bildet sich eine harte Nitridschicht auf der Metalloberfläche, die die Verschleißfestigkeit, Härte, Korrosionsbeständigkeit und Ermüdungsfestigkeit des Werkstücks erhöht.
NITRIERVERFAHREN
Gasnitrieren
Beim Gasnitrieren wir aus Ammoniak Stickstoff abgespalten, der bei Temperaturen zwischen 500°C und 600°C in die Bauteiloberfläche eindringt und dort zur Bildung einer verschleißfesten Nitridschicht führt.
Plasmanitrieren
Beim Plasmanitrieren wird in einer ionisierten Gasatmosphäre die Randschicht eines Werkstücks mit Stickstoff angereichert. Es entstehen saubere Bauteiloberflächen mit deutlich verbesserter Abrieb- und Verschleißfestigkeit.
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Vertrieb, technische Beratung / Angebote (OÖ, T, Sbg, Vbg, Bayern, Südtirol)
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NITRIERVERFAHREN IM VERGLEICH
| Kriterium | Gasnitrieren | Plasmanitrieren (Ionitrieren) | Salzbadnitrieren |
|---|---|---|---|
| Medium | Ammoniakgas | Niederdruck-Plasma mit Stickstoff | Stickstoffhaltige Salzschmelze |
| Temperaturbereich | ca. 500–580 °C | ca. 480–580 °C | ca. 570–590 °C |
| Schichtaufbau | Verbindungsschicht + Diffusionszone | Sehr präzise steuerbar | Verbindungsschicht + Diffusionszone |
| Schichtdicke | ca. 0,1–0,7 mm | ca. 0,01–0,6 mm | ca. 0,01–0,3 mm |
| Härte (HV) | bis ca. 1100 HV | bis ca. 1200 HV | bis ca. 1000 HV |
| Verzug / Maßhaltigkeit | gering | sehr gering | gering |
| Oberflächenqualität | leicht aufgeraut | sehr glatt | glatt, ggf. nachbehandlungsbedürftig |
| Geeignet für | Serienfertigung, großvolumige Teile | Komplexe Geometrien, Präzisionsteile | Massenkleinteile, Werkzeuge |
| Steuerbarkeit | begrenzt | sehr präzise | eingeschränkt |
| Umweltfreundlichkeit | mittel | hoch | niedrig |
| Typische Anwendungen | Zahnräder, Kurbelwellen, Wellen | Präzisionsteile, Werkzeuge, Medizintechnik | Bolzen, Schrauben, Kleinserien |
Unsere KERNKOMPETENZEN
Wir als eine der führenden Härtereien sind Ihr zuverlässiger Partner für industrielle Wärmebehandlung. Seit über 25 Jahren härten wir Stahl und andere Metalle nach modernsten Verfahren – maßhaltig, verschleißfest und reproduzierbar. Ob Einzelteile oder Serienfertigung: Wir kombinieren Fachwissen, modernste Anlagen und Prozesskontrolle, um höchste Härtequalität und Verzugssicherheit zu gewährleisten.
48-Stunden-Service
Aufgrund unserer einzigartigen Organisationsstruktur und kundenorientierten Flexibilität liefern wir seit über 25 Jahren erstklassig gehärtete Teile in Rekordzeit.
Qualitätssicherung
Mit einem hochmodernen Leitsystem behalten wir zu jeder Zeit alle wichtigen Parameter im Blick und stellen sicher, dass nur einwandfreie Produkte ausgeliefert werden.
Abhol- und Lieferservice
Unsere firmeneigene Transportflotte ermöglicht als Teil unseres Sorglos-Servicepakets tägliche Abholungen und Lieferungen im oberösterreichischen Zentralraum.
Wissenstransfer
In kundenindividuellen Seminaren erfahren Sie mit welcher Kombination aus Werkstoff und Härteverfahren Sie bei optimalen Bauteileigenschaften die Kosten für Ihr Projekt reduzieren können.
Ihre Fragen, beantwortet
Wir haben eine Liste der am häufigsten gestellten Fragen zusammengestellt, damit Sie unsere Leistungen besser verstehen können.
Was ist Nitrieren?
Nitrieren ist ein thermochemisches Wärmebehandlungsverfahren, bei dem Stickstoff in die Oberfläche eines Metallteils eingebracht wird. Ziel ist die Erhöhung der Härte, Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit des Werkstücks.
Warum soll ich meine Werkstoffe nitrieren?
Werkstoffe werden gehärtet, um ihre Eigenschaften zu verbessern. Die Härtung verändert die interne Struktur des Werkstoffs und führt zu einer höheren Festigkeit, Härte, Zähigkeit und Abriebbeständigkeit. Dadurch kann der Werkstoff bessere Leistungen unter Belastung und Abnutzung erbringen. Die Härtung ist daher ein wichtiger Prozess in vielen Bereichen, wie z.B. bei der Herstellung von Werkzeugen, Maschinen- und Fahrzeugteilen.
Welche Vorteile bietet das Nitrieren?
– Höhere Oberflächenhärte
– Verbesserter Verschleißschutz
– Gesteigerte Korrosionsbeständigkeit
– Erhöhte Ermüdungsfestigkeit
– Geringer Verzug des Werkstücks durch niedrige Prozesstemperatur
Für welche Werkstoffe ist Nitrieren geeignet?
Nitrieren eignet sich besonders für nitrierbare Stähle, die Legierungselemente wie Chrom, Molybdän, Aluminium oder Vanadium enthalten. Auch einige Edelstähle und Gusseisen können behandelt werden.
Welche Nitrierverfahren gibt es?
Die drei häufigsten Verfahren sind:
– Gasnitrieren: Stickstoffzufuhr über Ammoniakgas
– Plasmanitrieren (Ionitrieren): Einsatz eines Plasmas zur Stickstoffdiffusion
– Salzbadnitrieren: Behandlung in stickstoffhaltigen Salzschmelzen
Wie dick ist die Nitrierschicht?
Die Nitrierschicht kann je nach Werkstoff und Prozess zwischen 10 µm und über 600 µm betragen. Die Tiefe der Diffusionszone wird durch Behandlungszeit, Temperatur und Material beeinflusst.
Wird das Bauteil beim Nitrieren verzogen?
Nein – einer der größten Vorteile des Nitrierens ist die minimale Maßänderung. Da der Prozess bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen durchgeführt wird, ist das Risiko von Verzug oder Verformung sehr gering.
Wie lange dauert ein Nitrierprozess?
Die Prozessdauer hängt von der gewünschten Schichttiefe, dem Werkstoff und dem gewählten Nitrierverfahren ab. Typischerweise dauert die Behandlung zwischen 10 und 80 Stunden.


